Besser? Besser. Besser!

Sonja schreibt die besseren Newsletter – das gibt André offen zu. Aber was passiert, wenn man aufhört, Vergleiche als Lähmung zu sehen, und sie stattdessen als Einladung nimmt? Eine Ausgabe über Stimmen, Sinnlichkeit und warum Vergleich reich macht.

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Besser? Besser. Besser!

Worin hast Du Dich zuletzt verglichen?

Checkin-Frage

Grüße vom Schreibtisch

Ich fange heute mal mit einem Geständnis an: Ich finde, Sonja schreibt die besseren Newsletter. Die lese ich immer und denke: Sie hat die schönere Sprache, die literarischeren Bilder, mehr Poesie. Ich hingegen schreibe die meisten Ausgaben so runter. (Dies ist übrigens die 70. Ausgabe. Krass, oder?)

Warum schreibe ich Dir das? Zum Einen, um natürlich meine talentierte Kollegin zu loben. (Ist nicht abgesprochen, denn ich weiß, sie hasst es - und es tut mir leid. 😉 Aber:) Zum Anderen möchte ich diesen Gedanken nutzen, um mit Dir über ein wichtiges Thema zu sprechen: Vergleichen.

Ich habe einmal ein Meme gesehen, das ging ungefähr so: Comparison will kill you. Da habe ich erst mal genickt. Aber beim längeren Drauf-rum-Denken, dachte ich:

Comparison can thrill you.

Vor allem beim Schreiben.

Häufig ist das Vergleichen der Tod jeder Kreativität. Wenn ich sehe, was für tolle Texte, Romane oder Newsletter andere schreiben, denke ich immer - warum soll ich da überhaupt noch in die Tasten hauen? Und im Zeitalter von KI bricht ja gerade ein Tsunami an perfekten Texten über uns herein.

Und trotzdem liest Du uns.

Und trotzdem schreiben wir.

Denn vielleicht ist gerade unser Newsletter ein gutes Beispiel dafür: Sonjas Poesie. Meine Hemdsärmeligkeit. Beide schreiben einzigartig. Und das macht das Wesen dieses Newsletters aus. Dass jedeR von uns eine eigene Stimme hat.

Das ist ein Wert, den wir nicht nur feiern, sondern auch nutzen sollten.

Blicke ich Sonjas schöne Sprache an, fasse ich mir an die eigene Tastatur und halte mal inne: Kann ich auch nicht mal schönere, treffendere Formulierungen suchen?

Dieser Vergleich lähmt nicht. Er inspiriert mich. Und regt an. Deswegen möchte ich Dich heute mal anstupsen (schönes Wort, oder?), Dich durch Vergleichen anregen zu lassen.

💡
Wer findest Du, schreibt richtig gut? Und was kannst Du davon lernen?

Also nicht den Kopf einziehen bei Genie, sondern den Rücken durchdrücken und genau hinschauen: Was gefällt mir daran so gut? Und wie macht sie/er das?

Fange ich doch gleich mal bei mir an: Sonja schreibt sinnlich. So wie beim Einstieg in ihren letzten Newsletter. Da schrieb sie über den gewitterwolkigen Himmel. Das erzeugte Atmosphäre.

Vergleich: Ich mache das selten - ich setze mich auf einen interessanten Gedanken und lasse mich durch die neuronalen Achterbahnen meines Gehirns von ihm tragen.

Aber vielleicht täte es diesem Text gut, würde ich mal innehalten und darüber schreiben, wo ich gerade sitze: Wie das dämmrige Morgen-Küchenlicht in unserem alten Haus auf meinen Laptop fällt. Wie draußen der Kuckuck den italienischen Sommer herbeiruft. Wie der Kirschgeschmack meiner E-Zigarette meine Zunge umschmeichelt.

Da merke ich: Auf einmal bist Du mit mir in diesem Moment. Und wir haben Kontakt.

Und das will man doch als schreibender Mensch - Kontakt herstellen.

Das ist etwas, was KI-Texte nicht können.

Und - da ist es wieder - mein Gedankenpferd, das durch die Themen galoppiert und KI mit ins Spiel bringen will. So ganz kann ich nicht aus meiner Haut.

Andererseits würde ich wetten, dass - wenn Du unseren Newsletter schon länger liest und oben nicht stehen würde, wer hier schreibt, Du bereits jetzt wüsstest, wer hier tippt.

Und das ist doch eigentlich ein ganz schöner Gedanke.

Also - Vergleich macht reich. Wenn man es richtig macht.

Was könnte ich von Dir lernen?

Reflexionsfrage

 

Ich meine das ernst! Schreibe mal auf, worin Du beim Schreiben richtig gut bist! ♥️

Hab ein tolles Wochenende.

Dein André

💡
Wir haben uns übrigens entschieden, das neue Newsletter-Format beizubehalten und ihn für die Lesbarkeit zu optimieren.

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