Abtauchen

Alle reden vom Wetter. Sonja nicht. Sie schreibt darüber, aber nicht so, wie Du denkst.

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Abtauchen

Wie ist die Wetterlage so bei dir?

Checkin-Frage

Grüße vom Schreibtisch

Fünfundzwanzig Grad, fünfunddreißig Grad, ein Wimpernschlag nur dazwischen, dann das Unvermeidliche: Luft ohne Sauerstoff, die Atmosphäre heizt sich auf, Beton schmilzt, Metallflächen verwandeln sich zum Bratrost und unsere Haut in Grillgut. Hin und wieder fegt Wind durch die Gassen und versucht, zwischen Hoch- und Tiefdruck auszugleichen.

Und wir?

Wir verfolgen das Spektakel stöhnend, sitzen live dabei und wollen einfach nur ATMEN.

Keine Sorge, das hier wird kein moralischer Newsletter. Nichts turnt mehr ab als Moral, gerade beim Schreiben. Der Wertewandel muss von innen entstehen, intrinsisch wie unser Schreiben. Aber wie kannst du, wie können wir alle diesen körperlich schlauchenden Wechselbädern, die uns die Natur einlässt, ohne Schaden entsteigen?

Ich rede nicht von Ventilatoren, Klimaanlagen, geschlossenen Fenstern oder kühlen Duschen; all das, worum sich die meisten Gespräche derzeit drehen. Ich rede vom Wetter als Sprungbrett für unseren persönlichen Tiefgang. Ob mit Köpper oder Arschbombe; sich in die Fluten zu stürzen und unter die Oberfläche abzutauchen kann sehr erfrischend sein.

André hat vor wenigen Tagen die wunderbare Parole „Schreiben statt Scrollen“ ausgerufen, und sie in eine App verwandelt. Meine Parole lautet: Belauern statt bedauern. Unser Körper und das Wetter – derzeit eine knifflige Liaison. Lahme Glieder, leerer Geist. Da liegt es doch nahe, dass wir diese toxische Beziehung einmal genauer in Augenschein nehmen.

Hast du schon einmal daran gedacht, dich schreibend in die Metaphorik des Wetterwesens vorzutasten? Entdeck doch die neue Welt draußen und die neue Welt in dir oder: entdecke das Wetter in dir. Mit eigenen Worten festhalten, was genau vor deinem Fenster geschieht, was im Stadtpark, im Wald oder am Himmel. Und wer bist du, sobald sich die Temperatur draußen um ein paar Gradzahlen erhöht? Du könntest notieren, welche Körperreaktionen du spürst und wie sie deinen Blickwinkel auf dein Leben und deine Routinen verändern. 

Vom Wetter in uns.

So wollte ich den Newsletter eigentlich nennen, ausgehend von der Frage, was für Klimata in jedem von uns stecken.

Also los. Sei deine eigene Wetter-App. Bist du in Streitsituationen bodenfrostig, im kreativen Ideen-Sammeln ein Tsunami, sind manche Beziehungen für dich wie ein feiner, warmer Nieselregen im Sommer oder so dunstig-schwül, dass es dir die Luft zum Atmen nimmt? Wachst du am Morgen als Tornado auf und gehst als Tiefdruckgebiet zu Bett? Was für Stürme fegen über deine Tageslandschaft, wie viel Sonne brauchst du, um deine kleinlichen Meckereien einfach wegzufächeln?

Belauern statt bedauern. (Be)-schreib dein eigenes Gefühlsbarometer, gnadenlos und ohne Selbstmitleid. Und wenn du zu erhitzt bist, nimm Anlauf und spring rein ins kühlende Nass des Unterbewusstseins. Boah, das ist schwülstig, das Bild. Ich lass es stehen. Sogar als letzten Satz. Bäm!

Wie sieht Deine Vorhersage für Dein inneres Wetter am Wochenende aus? Schreibe sie.

Reflexionsfrage

 

Hab ein sonniges Wochenende (innen und außen). 😎

Dein heutiges Sturmhoch Sonja

P.S.: Der nächste Newsletter von mir erreicht Dich übrigens aus England (York oder Bath), von dort schicke ich eine erfrischende Prise Reiselust mit. Und bei den beiden Outdoor-Nature-Writing-Kursen (siehe unten) kannst Du Dich gerne mal als Wetterfröschchen betätigen. 😊

PPS: Wenn Du denkst, ein netter Mensch profitiert von unserem Newsletter, leite ihn doch gerne weiter. So hilfst Du uns! ♥️

Und wenn Du unseren Newsletter gern liest und uns unterstützen möchtest - gibt's hier unsere Dose für Espresso. Danke. ❤️

Die kommenden Schreibzirkel-Events

Schreiben statt Scrollen

Eine App vom Schreibzirkel Frankfurt.

André hat mal wieder die Lust am Basteln gepackt. Rausgekommen ist eine Inspirations-App für Dein Schreiben. Damit Du beim nächsten Griff nach dem Handy schreibst statt scrollst.

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Outdoor- und Nature-Writing

(jeweils So., 6.9. + So., 11.10.2026)

Schreiben an der frischen Luft: In diesem Tagesworkshop erkunden wir gemeinsam, was Orte, Natur und die eigenen Sinne mit dem Schreiben machen. Mit nach Hause nimmst du erste Texte — und den Anfang eines Naturtagebuches.

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Von Todsünden und Tugenden

(So., 15. Nov. 2026)

Bringe Sprengkraft in deine Geschichten und nutze das emotionale Spannungsfeld aus Todsünden und Tugenden, um deine Figuren in packende moralische Dilemmata zu stürzen! An diesem intensiven Schreibtag erforschst du spielerisch die psychologische Spannungserzeugung und schmiedest aus menschlichen Lastern und Tugenden faszinierende Szenarien für deine Texte.

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Sichtbar sein — ohne Social Media zu mögen.

Wer schreibt, sollte auch gelesen werden. Warum ein Newsletter der entscheidende nächste Schritt ist — besonders für alle, die ein Buch schreiben oder ihre Texte sichtbarer machen wollen.

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