Vom Suchen und Finden beim Schreiben
Manchmal ist das Suchen selbst der beste Inhalt. Über leere Ideen, drei Tassen Kaffee, Rasenmähen und den Moment, in dem das Schreiben plötzlich wieder da ist.
Was hast Du zuletzt gefunden?
Checkin-Frage

Grüße vom Schreibtisch
Guten Morgen,
ja, ich weiß, an Ostern über das Suchen zu schreiben, ist ein bisschen einfach.
Aber nehmen wir doch das Klischee und nutzen es! Ausnahmsweise, obwohl wir hier unter Kreativen sind. 😉
Ich suche nämlich. Seit ein paar Tagen. Nach einer zündenden Idee für diesen Newsletter.

Ideen selbst habe ich genug.
Ich schrieb schon über:
- Unabhängigkeits-Erklärungen,
- männliches Schreiben mit Bier in der Hand,
- über die Vorteile vom Vor-dem-Schreiben-Rasenmähen und
einen Pitch für eine Work-in-Progress-Idee von mir.
Du siehst – der Kaffee hier in Italien wirkt.
Nur zündete nichts richtig. Nie hatte ich das Gefühl „Das ist es.“
Ich war sogar kurz davor, einfach alles in die KI zu werfen und zu sagen: „Mach was draus.“
Aber – bei meiner Schreiber-Ehre – das kommt nicht in Frage. Nicht nur für Dich. Sondern vor allem für mich. Denn dafür macht das Schreiben selbst mit mir zu viel, als dass ich darauf verzichten wollte.
Also suche und suche ich. In meinen Ideen, zwischen meinen Worten, ich klappere die großen und kleinen Themen ab, die mich gerade beschäftigen. Und suche darin nach diesem Gefühl von Passung. Nicht nur thematisch, sondern auch nach dem des Andockens. Dass die Idee, die ich habe, für Dich passt. Denn daran glaube ich: Dass das, was in mir vor sich geht, etwas mit Dir zu tun hat. Und auch andersrum, dass das, was gerade in Dir geschieht, etwas mit meinen Ideen zu tun hat.
Schließlich nimmst Du Dir – sogar heute am Kar-Samstag – nicht umsonst die Zeit, meine Zeilen zu lesen. Wir sind verbunden – oder anders ausgedrückt – haben uns gefunden.

Ein schöner Oster-Gedanke, oder?
Also: Was tun, wenn da zu viel im eigenen Kopf ist, das aber zu wenig „Das ist es!“-Energie hat?
Gerne würde ich Dir wie üblich ein paar gute Tipps vom Schreibtrainer mitgeben.
Aber auch Profis schreiben mal ins Leere.
Deswegen teile ich einfach heute mal mit Dir, was ich probiert habe. Und wie das funktionierte:
- Kaffee trinken und die erste Koffein-Welle nutzen: Ist gut für Anfänge. Hat drei Mal geklappt.
- Sich mit der KI zu unterhalten: Ist gut für Ideen und Inhalte, die sich gut anfühlen, aber leider nicht so richtig ihre PS aufs Papier brachten.
- Rasenmähen und Bier trinken: Ist gut, um sich kompetent und erfolgreich zu fühlen. Hat aber zu einem Text geführt, den ich hinterher zu überheblich fand.
Das Suchen geht also weiter – mit diesen Zeilen hier. Wort für Wort. Dranbleiben. Weiter forschen.
Bis mir aufgeht, dass das Suchen selbst ein guter Inhalt ist. Weil es eine Bewegung ist. Manchmal körperlich, beim Schreiben aber geistig. Indem wir ausleuchten, was uns beschäftigt (wie z. B. Unabhängigkeit). Indem wir Erfahrungen reflektieren (wie z. B. die Wirkung von Rasenmähen). Indem wir probieren (z. B. sich von KI inspirieren zu lassen). Schreiben bringt oft Antworten, aber vielleicht sind die Fragen viel wichtiger, die wir damit beantworten wollen.
Und da ist es.
Das Gefühl: „Das ist es!“ Der Gedanke, der Dich weiter bringen könnte: Dass es beim Schreiben manchmal nicht so sehr um das Produkt geht, sondern um den Prozess. Und um die innere Bewegung, die auslöst wird – gerade wenn es mal nicht so klappt.
Vielleicht war es doch ganz gut, das Klischee des Suchens als Einleitung zu nutzen.
Denn mal ehrlich: Ist doch spannender als das Finden?
Was suchst Du in Deinen Texten?
Reflexionsfrage
Nimm Dir Stift und Papier und schreibe zehn bis 15 Minuten Deine Ideen dazu auf!
Wir vom Schreibzirkel wünschen Dir und Deinen Lieben von Herzen ein wundervolles Ostern voller Suchen und Finden!
Dein André
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