Dein Schreibtisch ist ein Spielplatz
Was wäre, wenn du nur noch eine Stunde Zeit hättest? Ein Experiment mit dem eigenen Kopf — und eine Einladung, das Schreiben heute einmal als Spiel zu sehen.
Was hast Du zuletzt gespielt?
Checkin-Frage

Grüße vom Schreibtisch
Guten Morgen,
dies ein Experiment - nicht nur mit dem Newsletterformat, sondern auch mit meinem eigenen Kopf. Kennst Du vielleicht: Diese Momente der kleinen Panik. Bei mir gerade: Steht mein Newsletter wirklich kommenden Samstag an oder doch schon heute? 😱
Blick auf die Uhr: Ich hätte eine Stunde, bevor er fertig sein müsste.
Ich habe noch nicht nachgeschaut, ob ich wirklich noch eine Woche oder nur eine Stunde Zeit habe.
Warum?
Weil ich spielen will. Mit mir selbst. Ich habe mir nämlich vorgenommen, das Schreiben etwas lockerer zu sehen, zu nehmen, zu spielen. Heute:

Würde ich es zur Not in einer Stunde schaffen, hier eine brauchbare Ausgabe zustande zu bringen?
Die Auflösung (auch für mich) kommt am Schluss.
In unseren Kursen sagen wir immer: Eine Reduktion der Möglichkeiten erhöht die Kreativität. Und heute reduziere ich meine Zeit dramatisch. Und damit es echt bleibt, schaue ich eben nicht nach, wann der Abgabetermin ist, sondern setze mich selbst dem Druck der angenommenen Echtheit aus.
Ja, als schreibender Mensch muss man sein Gehirn manchmal selbst austricksen.
Denn das kennst Du vielleicht auch: zu viel denken. Zu viel Angst. Zu viele Möglichkeiten.
Meine Einladung: Spiele damit!
- Schreibe Deine Zweifel an Deinem Text einmal auf. Als Verriss eines Kritikers, der ihn gelesen hat.
- Schreibe einmal darüber, wie nicht nur der Kritiker, sondern wirklich jeder Mensch, der Deinen Text liest, ihn grottenschlecht findet – und warum Du ihn trotzdem schreiben musst.
- Und erkunde einmal jede Deiner zu vielen Möglichkeiten, in dem Du drei Sätze in jede von ihnen hineinschreibst.
Du merkst, plötzlich ist Energie hier. Mein Blick fällt auf die Uhr. Noch 45 Minuten. Bilder und Textformatierung muss ich auch noch machen. Das dauert immer.
Ich habe also gar keine Möglichkeit, groß rumzudenken. Ich muss nehmen, was ich kriege.
Und finde das überraschend spaßig. Und belebend.
Ist ein bisschen wie in unseren Schreibwerkstätten, wenn die Zeit für die Schreibaufgaben läuft. Da gehört der Stift nicht in den Mund, sondern aufs Papier.
Wenn ich das Schreiben als Spiel betrachte, dass es in diesem Text nicht darum geht, Dir irgendwas zu zeigen oder beizubringen, sondern, dass ich mir selbst erlaube, Spaß dabei zu haben, weil ich spiele, ändert das seine Energie.
(Merkt man das eigentlich?)

Jetzt sind es noch 38 Minuten.
Für die Bilder und Grafiken brauche ich mindestens 20 Minuten. Eher mehr.
Also sollte ich langsam zum Schluss kommen.
Und Dich einladen: Heute einmal bewusst schreibend zu spielen:
- Wenn Du gerade an einem Roman sitzt: Lass Deine Hauptfigur plötzlich nur eine Stunde für etwas Zeit haben. (Funktioniert immer. 😉)
- Wenn Du einen Sachtext schreibst: Überlege einmal, wie ein Kind die Sache sehen würde.
- Und wenn Du nur für Dich schreibst, dann einmal über ein Spielzeug aus Deiner Kindheit zu schreiben. Aus seiner Perspektive. Also Deine eigene Toy-Story zu schreiben.
Ganz ehrlich: Das hat Spaß gemacht. 🙂
Und dafür sitzen wir doch (auch) am Schreibtisch, oder?
Wenn Du jetzt genau eine Stunde Spiel-Zeit hättest, (worüber) würdest Du schreiben?
Reflexionsfrage
Puh, ich bin durch. Noch 15 Minuten bis zum Versand.
Luft anhalten und meinen Posteingang checken:
Trommelwirbel.
Ich hätte doch noch eine Woche gehabt. 😂
Die solltest Du Dir aber nicht lassen, sondern Dir jetzt Stift und Papier schnappen und für zehn bis 15 Minuten Deine Ideen zur Reflexionsfrage notieren! Oder eben die volle Stunde. 🙂
Hab ein verspieltes Wochenende!
Dein André
PS: Wenn Du denkst, ein netter Mensch profitiert von unserem Newsletter, leite ihn doch gerne weiter. So hilfst Du uns! ♥️
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